Piz Buin 3312m – Auf dem Dach Vorarlbergs

Piz Buin mit Ochsentalgletscher

Gletscherhochtour zum höchsten Berg Vorarlbergs

Die erste und voraussichtlich einzige Hochtour in diesem Sommer führte uns dieses Jahr zum Piz Buin, mit 3312m der höchste Berg Vorarlbergs.
Dieser Berg faszinierte mich schon seit Kindesbeinen an, da uns in jungen Jahren die Wanderausflüge oftmals in das Silvretta – Gebiet führten. Zeit also, diesen Berg nun endlich auch einmal zu erklimmen.
Start am Silvretta StauseeAm frühen Freitagvormittag starteten wir unsere viereinhalbstündige Anreise zum Silvretta-Stausee. Pünktlich um 12.00 Uhr – wie geplant – liefen wir die ersten Schritte, schwer bepackt, in Richtung Wiesbadener Hütte. Da wir gut in der Zeit lagen, entschieden wir uns dafür, nicht den direkten Weg zu unserer Hütte zu nehmen, sondern über das Bieltal zum Radsattel aufzusteigen und von dort, sofern uns die Zeit noch reicht, das Hohe Rad zu besteigen. Leider kam am späteren Nachmittag noch etwas Regen auf, so dass wir uns auf der „Radschulter“ dafür entschieden, direkt zur Hütte zu gehen.

Hüttenübernachtung auf der Wiesbadener Hütte

Auf der Wiesbadener Hütte wurden wir herzlich empfangen. Den Lobeshymnen im Internet können wir uns hier nur anschließen. Das Personal ist immer gut drauf, zuvorkommend und Bestellungen sind „im Nu'“ erledigt. Das Essen auf der Hütte war hervorragend. Mit einem Drei-Gänge-Menü wurden unsere hungrigen Bäuche vollkommen ausgefüllt. Und das Bier ging auch nie aus :-).

Am nächsten Morgen gegen 6:45 Uhr starteten wir nach einem reichhaltigen Frühstück unsere Tour in Richtung großem Piz Buin. Zuerst stiegen wir in süd-südwestlicher Richtung zu einem Gletscherbach ab, den wir auf einem kleinen eingerichteten Steg überqueren mussten.
Anschließend folgten wir dem Pfad unterhalb der grünen Kuppe in südwestlicher Richtung.

 

 

Nach einer weiteren Gletscherbach – Querung kamen wir schon bald an eine Stelle, an der die Seilschaften vor uns bereits Ihre Kletterausrüstung und Helme anlegten. Wir schlossen uns den Seilschaften an, ließen aber Steigeisen und Seil noch im Rucksack. Von nun an ging es steil bergauf. Über einen kleinen Pfad stiegen wir, am östlichen Ende des Ochsentalferners

Gletscherspalte im Ochsentalferner

Gletscherspalte im Ochsentalgletscher

empor, bis wir nach ca. weiteren 30 Minuten am ersten Eis-/Schneefeld ankamen (Steinmännchen markieren den Weg nach oben). Wiederum machten wir das, was alle taten 🙂 und packten nun Seil und Steigeisen aus um die ersten Meter im Schnee zu gehen. Nachdem wir die erste heftige Steigung hinter uns gebracht haben, kamen wir im „spaltigen“ Teil des Ochsentalgletschers an.

Vorsicht vor den Gletscherspalten

Da ist das Ziel - der Piz Buin

Auf dem Weg zum Piz Buin

Die Größe und auch die Tiefe der Spalten waren sehr imposant und mahnten zur Vorsicht.
Dank der Schneefreiheit auf dem Gletscher konnten wir alle Spalten im Zick Zack umgehen bis wir auf dem großen Schneefeld des Gletschers ankamen. Wir folgten der Spur im Schnee in Richtung Buin Lücke, die wir dann auch nach ca. 3h Gehzeit erreichten. Nach einer 15-minütigen Pause, legten wir die Steigeisen und Pickel beiseite (diese wurden in der Buinlücke deponiert) und machten uns auf die letzten ca. 250 Hm zum Gipfel. Auf einem kleinen Pfad geht es im Bergmassiv stetig nach oben. Am Kamin, der Schlüsselstelle der Route, muss in leichter Kletterei eine ca. 5 Meter hohe „Steilstelle“ überwunden werden. Diese kann auch, im Aufstieg links, umgangen werden (z.B. bei Stau). Der imposante Tiefblick dieser Stelle macht besonders Ihren Reiz aus. Die Schlüsselstelle ist mit Bohrhaken ausreichend gesichert, so dass beim Auf- und Abstieg jederzeit gesichert werden kann.

 

Gipfelerfolg: Endlich am Gipfel des Piz Buin

Nachdem wir das Kamin hinter uns gelassen haben, ging es auf einer Geröllhalde dem Gipfel entgegen, den wir nach ca. 4h Gehzeit erreicht hatten.

kurz vor dem Gipfel am Piz Buin

Die letzten Meter vor dem Gipfel

Der Abstieg erfolgte auf dem gleichen Weg wie der Abstieg. An der Schlüsselstelle, dem Kamin, haben wir sicherheitshalber abgeseilt. Zurück in der Buinlücke legten wir Seil und Steigeisen wieder an, nahmen den Pickel in die Hand und machten uns auf den Rückweg zur Hütte.
Im Zick Zack ging es wieder um die Gletscherspalten drum herum so dass wir gegen 14 Uhr wieder an der Wiesbadener Hütte ankamen.
Nach einer großen Portion Semmelknödel mit Vanillesoße und einem großen, wohltuenden Bier, stiegen wir wieder auf dem Normalweg zum Silvretta-Stausee ab.
Leider mussten wir, als wir kurz vor dem Auto waren (ca. 30 Minuten vor dem Parkplatz bei der Umrundung des Sees) noch Bekanntschaft mit einem heftigen Gewitter machen. Wir konnten gerade noch unseren Rucksack in die Schutzhülle einpacken, bevor der „Himmel seine Schleusen“ öffnete. Im strömenden Regen und völlig durchnässt kamen wir dann am Auto an und konnten uns, nachdem der Regen aufgehört hatte, auf die Weiterreise nach Gaschurn machen (dort hatten wir ein Hotel reserviert). Bis „auf die Unterhosen nass“ aber glücklich vom Bergerfolg machten wir uns auf den Weg….

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